Anlagen der Liechtensteinischen Kraftwerke
Wir verfügen über zwölf eigene Wasserkraftwerke, die zusammen circa 18 Prozent des benötigten Stroms in Liechtenstein produzieren. Das entspricht etwa 72'000 MWh. Zusätzlich haben wir 18 eigene Photovoltaikanlagen in Betrieb, die weiteren erneuerbaren Strom für Liechtenstein produzieren.
Mit einem Eigenversorgungsgrad von circa 25 Prozent muss Liechtenstein zwar einen Grossteil seines Stroms importieren, jedoch deckt die inländische Stromproduktion den Bedarf aller privaten Haushaltskunden der LKW ab. Das heisst, es wird genügend Strom in Liechtenstein produziert, um jede private Steckdose mit erneuerbarer Energie zu speisen.
Der zusätzlich benötigte Strom wird über die Regelzone Schweiz besorgt und vom Hochspannungsnetz der Schweiz über vier Anbindungen nach Liechtenstein transportiert. Des Weiteren investieren die LKW auch im Ausland in Wasserkraftwerke und Windanlagen, um so an möglichst viel erneuerbare Energie zu kommen.
Unsere Wasserkraftwerke

Wasserkraftwerk Samina, Vaduz
Das erstmals im Dezember 1949 in Betrieb genommene, ehemalige Speicherkraftwerk Samina in Vaduz war ursprünglich für die vollständige Eigenversorgung des Landes konzipiert. Diese Aufgabe konnte das Speicherkraftwerk sogar bis Mitte der 1960er Jahre erfüllen.

Wasserkraftwerk Lawena, Triesen
Das Kraftwerk Lawena war das erste vom Land Liechtenstein betriebene Wasserkraftwerk. Die Inbetriebnahme erfolgte im Jahr 1927. In den Jahren 1946 und 1987 wurde das Wasserkraftwerk erneuert und umgebaut. Heute ist das Kraftwerk Lawena – nach dem Kraftwerk Samina – das zweitgrösste Wasserkraftwerk im Land.

Wasserkraftwerk Mühleholzquellen
Die Mühleholzquellen wurden bereits im vorletzten Jahrhundert zur Kraftversorgung des mechanischen Gewerbes im Mühleholz genutzt. Die LKW haben die Anlage saniert und teils neu gebaut. Heute speist das Wasserkraftwerk täglich 7000 kWh ins Stromnetz ein.
Weitere Wasserkraftwerke in Liechtenstein
Das Kraftwerk Letzana der ehemaligen Weberei Jenny Spoerry wird seit dem Jahre 2000 von den Liechtensteinischen Kraftwerken betrieben. In einem Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Triesen, dem Land Liechtenstein und den Liechtensteinischen Kraftwerken wurde ein neuer Weiher und ein Ausgleichsbecken erstellt. Gleichzeitig wurde dadurch der Hochwasserschutz verbessert. Die Druckleitung wurde von 2000-2004 auf der gesamten Länge erneuert. Ein neues Kraftwerksgebäude wurde Ende 2002 erbaut. Die neue Maschinengruppe mit 397 kW Leistung ist seit Sommer 2003 in Betrieb.
Gesamte Produktion im Jahr*: 683 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 152
In einem Gemeinschaftswerk der Gemeinde Vaduz und der Liechtensteinischen Kraftwerke realisierte man das Trinkwasser-Kleinkraftwerk Schlosswald. Die Inbetriebnahme erfolgte im Jahre 1995. Mit dem Kraftwerk lässt sich etwa 1 Prozent des jährlichen Energiebedarfs Liechtensteins erzeugen. In der Trinkwasserfassung Schneeflucht wird das gesammelte Wasser auf seine Qualität geprüft und je nach Ergebnis dem Reservoir oder wieder dem Malbunbach zugeführt. Die Druckleitung führt das Wasser direkt auf das Turbinenrad des Kraftwerkes Schlosswald. Anschliessend wird das Wasser ins Reservoir der Gemeinde Vaduz geleitet. Während Revisionsarbeiten oder im Störungsfall kann das Wasser direkt ins Reservoir geleitet werden.
Gesamte Produktion im Jahr*: 2'000 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 447
Das Trinkwasserkraftwerk Steia ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wasserversorgung Liechtensteiner Unterland und der Liechtensteinischen Kraftwerke. Es arbeitet mit Trinkwasser aus den Quellen unterhalb Gafadura, das nach der energetischen Nutzung der Wasserversorgung zugeführt wird. Im Jahre 2000 wurde das Kraftwerk ans Netz geschaltet.
Gesamte Produktion im Jahr*: 223 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 50
Das Trinkwasserkraftwerk Maree ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wasserversorgung Vaduz und der Liechtensteinischen Kraftwerke. Es arbeitet mit Trinkwasser aus den Quellen im Malbun, welches schon einmal im Kraftwerk Schlosswald energetisch genutzt wurde. Im Jahre 2006 konnte das Kraftwerk ans Netz geschaltet werden.
Gesamte Produktion im Jahr*: 89 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 20
Das Trinkwasserkraftwerk Stieg ist ein weiteres Gemeinschaftsprojekt der Wasserversorgung Vaduz und der Liechtensteinischen Kraftwerke. Es arbeitet ebenfalls mit Trinkwasser aus den Quellen im Malbun, welches schon einmal im Kraftwerk Schlosswald energetisch genutzt wurde.
Gesamte Produktion im Jahr*: 52 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 12
Das Trinkwasserkraftwerk Wissa Stä wurde von den LKW im Auftrag der Wasserversorgung Planken erstellt und ist im Besitz der Gemeinde Planken. Es arbeitet mit dem Trinkwasser aus im Jahr 2008 neu erschlossenen Quellen südlich der Alp Gafadura. Bei vollem Reservoir wird das Überwasser an die WLU abgegeben und kann so zusätzlich im Trinkwasserkraftwerk Steia energetisch genutzt werden. Mit der gewonnen Energie können ca. 10 – 12 durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgt werden.
Gesamte Produktion im Jahr*: 50 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 11
Das Trinkwasserkraftwerk Wasserchöpfquellen ist ein weiteres Gemeinschaftsprojekt der Wasserversorgung Vaduz und Triesenberg und der Liechtensteinischen Kraftwerke. Es arbeitet ebenfalls mit Trinkwasser aus den Quellen im Malbun, welches im Kraftwerk Schlosswald nochmals energetisch genutzt wird. Zudem kann die Pumpturbine auch als Pumpe betrieben werden. Der Pumpbetrieb ist für Notfälle oder bei Trinkwasserknappheit zwecks Einspeisung in das Malbuner Trinkwassernetz vorgesehen.
Gesamte Produktion im Jahr*: 21 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 5
Das Trinkwasserkraftwerk Schaaner Quellen im Duxwald oberhalb Schaan wurde von den LKW gemeinsam mit der Wasserversorgung der Gemeinde Schaan erstellt. Die Anlage besteht aus 3 Peltonturbinen, welche je aus einer Quelle mit unterschiedlicher Höhenlage und Wasserzulaufsmenge mit Trinkwasser versorgt werden. Es handelt sich dabei um die Quellen Rudabach, Wisseler und Efiplanken. Diese Quellen wurden von der Gemeinde Schaan zwischen dem Jahr 2008 und 2010 saniert und neu gefasst, damit diese dem Trinkwassernetz wieder zugeführt werden konnten. Das Wasser der drei Quellgruppen wird nun über die drei Turbinen im Druckbrecherschacht Kröppelröfi zur Stromproduktion genutzt.
Gesamte Produktion im Jahr*: 111 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 25
Das Trinkwasserkraftwerk Meierhof ist ein weiteres Gemeinschaftsprojekt der Wasserversorgungen Triesen, Vaduz und den Liechtensteinischen Kraftwerken. Es arbeitet ebenfalls mit Trinkwasser aus den Quellen im Malbun, welches schon einmal im Kraftwerk Schlosswald energetisch genutzt wurde. Im Jahre 2012 konnte das Kraftwerk in Betrieb genommen werden.
Gesamte Produktion im Jahr*: 15 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 3
Das Trinkwasserkraftwerk Wäldle ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wasserversorgungen Balzers und den Liechtensteinischen Kraftwerken. Im Zuge des Neubaus des Reservoir Balzers-Wäldle bot sich für die Liechtensteinischen Kraftwerke die Gelegenheit, ein Projekt zur Errichtung eines Kleinen-Trinkwasserkaftwerkes zu erarbeiten. Auf Grund der geringen Wassermenge die zur Verfügung steht, wurde eine Micro-Turbine mit einer Düsennadel-Steuerung gewählt. Das Wasser für die Energiegewinnung wird von den Köpfquellen oberhalb von Balzers über eine Druckleitung auf das Turbinenrad geleitet bevor es dem Trinkwassernetz zugeführt wird. Im Jahre 2015 konnte das Kraftwerk in Betrieb genommen werden.
Gesamte Produktion im Jahr*: 10 MWh
Versorgt circa Vier-Personen Haushalte: 2
Unsere Photovoltaikanlagen
In der Eignerstrategie der LKW sind die "Förderung der Energieeffizienz innerhalb des Betriebs und durch die Beratung der Bevölkerung und Wirtschaft" sowie "die Förderung der erneuerbaren Stromproduktion" unter den ethischen, sozialen und ökologischen Zielen fest verankert. Die LKW setzen sowohl bei der Produktion, den Stromprodukten als auch bei den Dienstleistungen auf Nachhaltigkeit.
Der Bau von eigenen Photovoltaikanlagen unterstützt dieses Ansinnen. Die LKW betreiben 18 eigene Photovoltaikanlagen und produzieren damit jährlich 866 MWh erneuerbaren Strom.
LKW Solarstrom Anstalt
Die LKW Solarstrom Anstalt befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Liechtensteinischen Kraftwerke. Als Verwaltungsräte fungieren die beiden Mitglieder der Geschäftsleitung der LKW: Gerald Marxer und Herbert Müller. Die Gesellschaft ermöglicht Privatpersonen in Liechtenstein eine Beteiligung an Photovoltaikanlagen.
Die LKW Solarstrom Anstalt hat keine Angestellten und wird von der LKW gegen Verrechnung administriert. Bis Ende 2022 standen 13 Anlagen in Betrieb: sechs Anlagen in Mauren, drei Anlagen in Vaduz, drei Anlagen in Triesenberg und eine Anlage in Eschen. Da die Reaktionen aus der Bevölkerung sehr positiv waren, wurde das Modell im Jahr 2022 erneuert. Neu können nicht nur Einwohner einer Gemeinde, in der die PV-Anlage steht, Anteilsscheine kaufen, sondern alle Einwohner Liechtensteins. Die erste Anlage auf dem Busbahnhof in Schaan sowie die zweite Anlage auf dem Kraftwerk Samina in Vaduz waren innert kürzester Zeit ausverkauft. Weitere Anlagen sollen im Jahr 2024 folgen.
Auslandsbeteiligungen in der Schweiz, Österreich und Deutschland
Anteil LKW: 100 %
Zur Erhöhung eines strategisch sinnvollen Eigenproduktionsanteils haben die LKW die österreichische Firma Seebach GmbH im Jahr 2010 gekauft und das Kraftwerk Seebach-Ranten in der Steiermark realisiert, das seit 2012 Strom produziert. Das Kraftwerk ist in die Leittechnik der LKW in Schaan eingebunden und wird von Liechtenstein aus überwacht und bei Bedarf gesteuert. Die jährlichen Wartungs- und Unterhaltsarbeiten werden von LKW-Mitarbeitern wahrgenommen. Vor Ort sind keine Mitarbeiter angestellt.
Anteil LKW: 10.39 %
Im Zuge der geplanten Erhöhung des Eigenproduktionsanteils entwickeln die LKW gemeinsam mit der Repartner Produktions AG Kraftwerk-Projekte. Diese müssen die klar definierten Kriterien zur Art der Produktion, zur geografischen Lage und zur Rentabilität erfüllen. Zum Aktionariat der Repartner Produktions AG gehören: die Repower AG, die LKW, die Eniwa AG, die Wasserwerke Zug, das Elektrizitätswerk Zürich, Nidwalden und Luzern, die Azienda Industriale Lugano, die Rhiienergie Tamins und das EW des Kanton Thurgau. (Stand 31.12.2022)
Aktuell sind wir in dieser Partnerschaft an folgenden, bereits bestehenden Kraftwerken beteiligt: Kraftwerk Taschinas, Prättigauer Kraftwerke, Windpark Lübbenau, Windpark Prettin, Windpark Berlar.
Anteil LKW: 8.24 %
Die Evulution wurde von sieben Energieversorgungsunternehmen gegründet. Ziel der Evulution ist es, mit innovativen Produkten und Dienstleistungen zukunftsgerichtete Lösungen anzubieten, die Energiewende vorantreiben und so für die komplexen Anforderungen der künftigen Energieversorgung gerüstet sein.
Weitere Informationen: www.evulution.com